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Le Courrier de l’environnement de l’INRA, 33, April 1997

In memoriam : die Fledermaüse ;  Urbi et orbi (auf Japanisch). Sommaire en français.
Willkommen auf unseren Web-Seiten.


Inhalt : Biolandbau - das Fundament eines neuen Sozialvertrages ? ; Wirtschaftliche Bewertung und Umwelt in den öffentlichen Entscheidungen ; Die Schwierigkeit über den Gesundheitszustand der europäischen Wälder zu informieren ; Alter Kram ? die Normen für Stallungen sind vor hundertfünfzig Jahren entstanden, der Kodex des guten Landbaus vor hundert Jahren... ; Berglandwirtschaft und öffentliche Unterstützungen für die Raumplanung : Ergebnisse einer Simulation ; Der Auerochs - Rückkehr eines prähistorischen Tieres oder wissenschaftliche Manipulation ? ; Mission : Wachposten ; Das Rollenspiel der Wildschäden ; Abschätzung der Auswirkungen auf die Umwelt von Pflanzenschutzmittel bei genetisch verändertem, gegen Glyphosat und Glufosinat resistentem Raps ; GAP, Umwelt und Arbeitsplätze in 27 Punkten ; Abschätzen des Einflusses der Anbaupraxis auf die Umwelt ; Entwicklung der Kulturen in Lothringen und im Elsass: eine Gefahr für das Grundwasser ; Die Ernte von Schmetterlingen..... rettet die Schmetterlinge ; Sozialpartner und Agro-Umweltpolitik in der EU ; Châlon oilseed rape database.


Biolandbau - das Fundament eines neuen Sozialvertrages ? (L)
Der im Jahre 1987 erstmals erschienene Begriff des Biolandbaus bedeutet im allgemeinen, dass die Entwicklungsdynamik mit dem Schutz der Ressourcen und der natürlichen Lebensräume langfristig in Einklang gebracht wird. Dieser Begriff hat sich jedoch selbständig gemacht und beinhaltet einen kategorischen Umweltschutz. Wie wirkt sich das in der Landwirtschaft aus ? Den lange Zeit sehr zurückhaltenden Landwirten wird ein neuer Sozialvertrag vorgeschlagen und der biologische Landbau wird wahrscheinlich in den kommenden Jahrzehnten ein ebenso wirksamer Motor für die Landwirtschaft sein, wie es früher die Produktivität war. Dies ist ein schwieriges, nicht nur rein wissenschaftliches Problem, das den Forschern gestellt ist und langfristig zu lösen ist. Was den landwirtschaftlichen Betrieb betrifft, so verlangt der Ökoanbau verschiedenste Eigenschaften wie Lebensfähigkeit, Übertragbarkeit, Reproduzierbarkeit. Hingegen scheinen Entwicklungsmodelle, wie die konzentrierte Schweinehaltung, nicht in dieses Schema hineinzupassen.
Von Etienne Landais, chargé de mission auprès du président de l’INRA, Paris
Etienne.Landais@paris.inra.fr

Wirtschaftliche Bewertung und Umwelt in den öffentlichen Entscheidungen (L)
Die Kosten für eine unfallbedingten Verunreinigung oder eine Katastrophe sind relativ leicht zu berechnen, aber dem ist nocht so, wenn es gilt, den finanziellen Verlust und die aus dem fehlenden Schutz der Umwelt (oder der Gesundheit) entstehenden Auslagen abzuschätzen. Dabei geht es hier weniger um technische Hindernisse, als vielmehr um Kalkulationsarten und um unsymmetrische Schlussfolgerungen, die im Detail analysiert werden mit dem Bestreben, besser begründete Entscheidungen zu treffen.
Von Michel Cohen de Lara und Dominique Dron, Cellule de prospective et stratégie, MATE, Paris
dominique.dron@environnement.gouv.fr

Die Schwierigkeit über den Gesundheitszustand der europäischen Wälder zu informieren (L)
Seit den vor 15 Jahren durch den sauren Regen hervorgerufenen Befürchtungen wurde ein enges Beobachtungsnetz in 30 Ländern aufgestellt. Aber zwischen den in grosser Zahl zur Verfügung stehenden Zahlen und einer kohärenten Aussage über die von den Bäumen erlittenen Angriffe und den Gesundheitszustand der Wälder liegt ein weiter Weg, da sich die Besorgnisse der einen und der anderen stark unterscheiden, da die Bäume verschieden bonitiert und beobachtet wurden, da es kulturelle Varianten gibt. Frankreich verfügt jedoch über eine relativ gut strukturierte Information; sie ist bescheiden, nicht umnebelt von der alleinigen Luftverschmutzung, behandelt jedes Gebiet separat, legt Wert auf die systematische Überwachung der Wald-Ökosysteme.
Von Guy Landmann, MAP-DERF, Paris
landmann.dsf@wanadoo.fr

Alter Kram ? die Normen für Stallungen sind vor hundertfünfzig Jahren entstanden, der Kodex des guten Landbaus vor hundert Jahren...
Wenn man sich in alte Bücher vertieft, findet man eine Menge Texte über Brand, Kunstwiesen, wo das den Mist produzierende Vieh mastweidet, Salpeter, Abfälle, Ställe (als Mistfabriken), Salpeterkrieg (Versorgung mit Guano), Stickstoffkreislauf im Boden, usw., die zeigen, dass die Stickstoffernährung der Pflanzen ein vorherrschender Gedanke bei Landwirten und Agronomen war, was vielleicht etwas in Vergessenheit geraten war, bevor die Probleme mit dem Nitratüberschuss sie wieder ins Rampenlicht stellten.
Von Pierre Morlon, INRA-SAD, Dijon
Pierre.Morlon@enesad.inra.fr

Berglandwirtschaft und öffentliche Unterstützungen für die Raumplanung : Ergebnisse einer Simulation (L)
Die Struktur- und Produktionsentwicklung der Berglandwirtschaft seit 1988 (letzte allgemeine Zählung der Landwirtschaft) zeigt, dass die Einkommensunterschiede zwischen Ebene und Gebirge trotz der spezifischen Unterstützungen, die den natürlichen Nachteil ausgleichen sollen, weiterhin fortdauern. Dies ist ein Hemmschuh für eine ausgeglichene Entwicklung der französischen Regionen und für die Erhaltung der stark extensiven Systeme. Die Simulationsübung zeigt jedoch, dass die Zuweisung eines kleinen Teils der öffentlichen Unterstützungen diesem Zustand abhelfen könnte. Besteht dafür aber der politische Wille ?
Von Gilles Bazin, INRA ESR, Grignon

Der Auerochs - Rückkehr eines prähistorischen Tieres oder wissenschaftliche Manipulation ? (L)
Die Medien verkünden laut, man verfüge über ein herrliches Tier für die ökologische Verwaltung von schwer zugänglichen Gebieten : den Auerochs von Heck. Der ist jedoch nur ein Rind mit prähistorischem Aussehen, das die Brüder Heck durch Kreuzungen mit Hausrinderrassen unter dem Naziregime erhalten haben, lange nach dem Aussterben der Art im Jahre 1627 in Polen : Eine Rekonstitution in der Atmosphäre einer Rückkehr zu den Quellen der germanischen Identität...
Von Piotr Daszkiewicz und Jean Aikhenbaum, 213, rue de Montreuil, 75011 Paris

Mission : Wachposten (L)
Die Umwelt ist ein untypischer, komplizierter Bereich voller Rätsel, ein Randgebiet mit vielen Wechselwirkungen, fruchtbar für die Wissenschaft, wie für die Gesellschaft. Bei seiner letzten Reform hat INRA dieses Thema resolut vorangestellt und die kleine, autonome Struktur « Mission Umgebung-Gesellschaft » (ME&S), Ex-Zelle für Umwelt, Ex-Dauerdelegation für Umwelt, damit beauftragt, die wissenschaftlichen, sozialen, kulturellen....Gebiete zu erkunden, um dort das Neue und Interessante zu entdecken. Gleichzeitig soll die ME&S die Information weiterleiten in dem sie im besonderen den «Courrier de l’environnement » weiterführt.
Von Patrick Legrand, INRA-ME&S, Paris
Patrick.Legrand@paris.inra.fr

Das Rollenspiel der Wildschäden (L)
Menschen und Pflanzenfresser haben lange Zeit in gutem Einvernehmen die pflanzlichen Ressourcen geteilt, bis der Erstere die Landwirtschaft erfand und damit die Letzteren als Schädling betrachtete. Die Ökosysteme erlitten grosse Veränderungen, und ebenso die Stellung des Wildes, das Jagdrecht, die Wolfspopulationen und die Agrarlandschaften....Daraus ergibt sich, dass die Rehe nun ganz alltäglich im Gehölz anzutreffen sind und dass die stark bevorteilten Hirsche überhandnehmen. Währenddessen hat sich der Homo spaiens an das Entschädigungssystem für Wildschäden angepasst, ja er weiss es sogar gut zu nutzen.
Von François Spitz, INRA-ESR, Toulouse
spitz@toulouse.inra.fr

Abschätzung der Auswirkungen auf die Umwelt von Pflanzenschutzmittel bei genetisch verändertem, gegen Glyphosat und Glufosinat resistentem Raps (L)
Ein auf dem Pestizid-Index (Ipest) beruhender Versuch (dessen « Berechnung », die sich auf die Fuzzy-Logik beruft, im nächsten « Courrier » erklärt wird) zeigt bei Betrachtung der aus der Benutzung von Pflanzenschutzmitteln entstandenen Folgen für die Gesundheit und die natürlichen Lebensräume (Wasser, Boden, Luft) und bei Berücksichtigung der heute auf dem Markt verfügbaren Wirkstoffe, dass es keinen entscheidenden Vorteil gibt, einen genetisch veränderten, gegen Glyphosat und Glufosinat resistenten Raps anzubauen, ausser in den Gebieten, wo die Gefahr sowohl des Oberflächenabflusses, als auch der Auswaschung und der Verunreinigung der Wasserläufe sehr hoch ist.
Von Philippe Girardin, Christian Bockstaller et Luc Merouzeau, INRA-Agronomie, Colmar
girardin@colmar.inra.fr

GAP, Umwelt und Arbeitsplätze in 27 Punkten (L)
Betrachtungen über einen von der Stiftung Charles-Léopold-Mayer für den Fortschritt der Menschen durchgeführten Versuch im biologischen Landbau im französischen Vexin. Die heutigen technischen Entscheidungen werden von der Entwicklung der Agrarpolitik in Frage gestellt werden. Ein Text, der die wichtigen Punkte aufgreift, die alle Anlass zu Diskussionen sein können.
Von Philippe Cacciabue, Matthieu Calame und Olivier Ranke, La Bergerie, Villarceaux, 95710 Chaussy

Abschätzen des Einflusses der Anbaupraxis auf die Umwelt (L)
Abhandlung eines Journalisten über den neuesten Stand der agro-ökologischen Indikatoren in einem von INRA (Centre de Colmar, mit der Unterstützung von 15 landwirtschaftlichen Betrieben) geführten Experiment, welches den Landwirten die Möglichkeit gibt, den Einfluss ihrer Anbaupraxis (Behandlungen, Meliorationen, usw.) auf die Umwelt einzuschätzen.
Von Christophe Reibel (Artikel aus der Zeitschrift Réussir « Cérales Grandes Cultures », n° 99, 1997)

Entwicklung der Kulturen in Lothringen und im Elsass: eine Gefahr für das Grundwasser (L)
Von der Wahl der Fruchtfolge hängt die Höhe der Überdüngung und der Perioden mit kahlem Boden ab, wodurch stickstoffhaltige Stoffe (Nitrate) in das Grundwasser gelangen. Jeder Kultur entspricht ein Nitratgehalt des Wassers « unter Wurzeln ». Das seit 1980 praktizierte Umpflügen der Wiesen und deren Ersatz durch Raps- und Maiskulturen führen zu einer Erhöhung des Nitratgehaltes im Grundwasser, die nur durch einen Ansporn zur Rückkehr zum Weideland gebremst werden kann.
Von Serge Ramon, agence de l’eau Rhin-Meuse, Moulins-lès-Metz et Marc Benoît, INRA-SAD, Mirecourt
Marc.Benoit@mirecourt.inra.fr

Die Ernte von Schmetterlingen..... rettet die Schmetterlinge (L)
Oder wie sich die Entomologie - jene der Amateure von prachtvollen Schmetterlingen - bei der Erhaltung der tropischen Regenwälder nützlich erweisen kann durch eine vernünftige, von Sachverständigen geleitete, integrierte Bewirtschaftung und in Einhaltung der internationalen Abkommen über die Erhaltung der wildlebenden Tierarten und die Verhinderung des illegalen Handels. Dieser Schutz erfolgt durch die Bewohner selbst mit Hilfe von eingesammelten Raupen, die sie an den, in der Nähe der Dörfer gepflanzten Nährpflanzen züchten.
Von Larry Orsak, CRI, Po Box 305, Madang (Papua-Neu Guinea)

Sozialpartner und Agro-Umweltpolitik in der EU (L)
Da gibt es die herkömmlichen dominanten Akteure, die herkömmlichen, nicht vorherrschenden Akteure und die neuen, die aus der neuen Agrar-und Umweltpolitik auftauchen, wie z.B. die ökologischen Bewegungen und die Beamten der zu diesem Anlass geschaffenen Dienststellen, welche zum Grossteil keine agronomische Ausbildung besitzen...
Von Eduardo Moyano und Fernando Garrigo IESA-(CSIC Andalusien), Cordoba (Spanien)
ea.1.moese@uco.es


[R] AVEULOUQUE

Neues vom Informationsdienst des Courrier: Besucherfrequenz der verschiedenen Seiten.

Eine Datenbasis von Versuchsergebnissen auf Internet zur Modellbildung von Umweltbilanzen der Kulturen (von Bruno Leviel, Benoît Gabrielle und Ghislain Gosse) : Châlon oilseed rape database.
leviel@bcgn.grignon.inra.fr

[R]


Übersetzt von Roswitha Judor